Medienecho Ludwig Mathar kulturelle Vermessung angelegt waren. Die Titelmatrix des anspruchsvollen Sammelwerks ließ bereits die Interessensbereiche erkennen, die hier zusammengeführt werden sollten: „Die Rheinlande. Bilder von Land, Volk und Kunst“. Als erster Band erschien 1922 „Der Niederrhein“. Ihm folgte 1924 „Die Mosel“. Ein geplanter und vom Verlag bereits angekündigter dritter Band „Köln, wie es war, ist und sein wird“, wurde im Manuskript fertiggestellt, ist allerdings nicht erschienen. Nicht nur die Eifel  motivierte ihn zu literarischen Erkundungen, sondern auch der südliche Niederrhein mit seiner  beschaulichen Auenlandschaft und ihrer reichen Flusslandschaft, deren landschaftlichen Reiz er während seiner Tätigkeit als Lehrer entdeckt hatte. 1928 erschien als Ertrag dieser Zeit ein schmales, aber kundiges Bändchen unter dem Titel „Das Land an Erft und Niers. Kulturbild des Kreises  Grevenbroich“. Mathar reiht sich mit diesen topographischen Fokussierungen in die Vielzahl der Autoren und Künstler ein, die sich nach dem Ersten Weltkrieg in besonderer Weise der Wiederentdeckung der eigenen Region widmeten. Schon anlässlich der Ausstellung des Kölnischen Kunstvereins „Vom Dadamax zum Grüngürtel. Köln in den zwanziger Jahren“ im Jahr 1975, einer sehr frühen Aufarbeitung der rheinischen Szene der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, diagnostizierte Ursula Dustmann, dass man zwar „nicht leicht“ etwas „Gemeinsames“ im Blick auf die literarische Szene finden könne, dass es aber „bei genauerer Beobachtung“ auffalle, dass „ein Thema ständig wiederkehrt und in allen  Bereichen und poetischen Gattungen sowie bei fast allen Autoren vertreten ist: der Rhein als das beherrschende Thema der zwanziger Jahre“. Dustmanns subtile Beobachtung ist längst bestätigt. Das besondere Spektrum, das Mathar dieser Thematik eröffnete, die Rolle, die sein Italienbild als das schlechthin Andere darin einnahm, soll im Folgenden ausgeleuchtet werden. Es wäre zu einfach, Ludwig Mathar als Vertreter der Heimatkunst zu bezeichnen, wie dies etwa Walther Killy in seinem Literaturlexikon verbreitet. Dort wird Mathars erzählerisches Werk gar  diagnostiziert als „Verherrlichung des Kleinbürgertums“, einschließlich einer bemerkenswerten  „heimatkundl. Tendenz“, mit der er der „Heimatkunst nahe“ stehe. Mathar verherrlichte zwar ‚seine’ Landschaft in spezifischer Weise, wie zu zeigen sein wird, doch von einer Apologie agrarischer Archaik kann keine Rede sein. Mathar zählte zur urbanen künstlerischen und literarischen Moderne, war kaum mit der, wie Rossbacher nachweist, soziologisch dem nichtakademischen Milieu   Home zurück weiter